Über Reisen, Yoga und das Mensch sein

Let it snow, let it snow, let it snow…

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Nachdem ich die erste Nacht im Desert Pearl Inn (Habe ich schon erwähnt wie klasse dieses Hotel ist? ;)) verbracht habe, galt es heute zwei Permits (Erlaubnisscheine) für den Zugang zu “The Wave” zu gewinnen.

The Wave ist eine beindruckende Gesteinsformation ca. 1:45 von Springdale (wo ich übernachte) entfernt liegt. Um die Umwelt zu schützen, erhalten pro Tag max. 20 Personen die Eintrittserlaubnis. 10 Permits werden 4 Montate vorher per Internet ausgelost; 10 weitere vor Ort für den jeweils nächsten Tag.

Die Internetverlosung habe ich leider verpasst, wollte aber ungebedingt dorthin. Also machte ich mich um 7:00 nach vier Stunden Schlaf auf in Richtung Paria Station. Obwohl ich rechtzeitig losgefahren bin (9:00 ist die Verlosung) wollte mir der Zion NP einen ordentlichen Strich durch die Rechnung machen: Es scheinte wie aus der Schneekanone. In den höheren Langen des Zion NP fielen ca. 7cm Neuschnee und die Straßen waren noch nicht geräumt. Dazu kommt, dass der lokale Supermarkt erst ab 8:00 geöffnet hat und daher das Frühstück erst einmal aufallen musste. Beste Vorraussetzungen also…

Zion Tag 1 013

Um 8:45 kam ich dann doch noch an und füllte mein Teilnahmeformular für die Lotterie aus.

Wie Ihr seht war das Wetter hier deutlich besser als im Zion. Es war zwar sehr windig, aber zumindest trocken. Das müsste es auch bleiben, weil die Straße zur Wave bei Regen unpassierbar werden würde.

Um 9:00 startete pünktlich die Lotterie. Das ältere Ehepaar gestaltete die Ziehung sehr spannend. Es lief ab wie früher bei der Lottoziehung (s. Video).

Pro Teilnehmer können allerdings bis zu 6 Plätze vergeben werden. Insgesamt nahmen ca. 25 Leute an der Lotterie teil. Ich hatte mich mit zwei Personen angemeldet.

Zum Schluss der Lotterie waren noch zwei Plätze übrig und ich war total aufgeregt. Dann kam der Ausruf: “Number fourteen”. Ich freute mich wie Bolle und der Lotteriemeister fragte, ob ich gleich vor Freude über den Tresen springen würde.

Während des Wartens kam ich mit einem Ehepaar ins Gespräch, die sich gerade über eine potentielle Schließung sämtlicher National Parks in der nächsten Nacht um 00:00 unterhielten. Durch Sparmaßnahmen der Regierung wurde tatsächlich überlegt ALLE Parks einfach so zu schließen. Dass Parks ein wichtiger Bestandteil des Landes sind, mit denen viele Arbeitsplätze verbunden sind (vom Parkangestellten über ganze Orte, die sich nur mit dem Tourismus geschäftigen) wurde hier anscheinend nicht bedacht.

Das ehrenamtlich in der Paria Station arbeitende Ehepaar erwähnte mehrfach, dass wir auf jeden Fall am nächsten Tag zur Wave gehen können. Es könnte jedoch sein, dass die Toilettenhäuschen bei einer Parkschließung dann verschlossen sein würden. Es war deutlich das Unverständnis und auch etwas Verzweiflung zu spüren.

Zion Tag 1 010

Nach der Lotterie redete ich noch eine Weile mit Astrid und Dietmar, einem Ehepaar aus Frankfurt. Ich erfuhr unter anderem, dass sie jedes Jahr für ein 6 Monate mit Ihrem in Florida liegenden Segelboot die Ostküste besegeln. Sie haben im Laufe der Zeit gemerkt, dass sie sehr viel gearbeitet haben und nun beschlossen, Ihren wohlverdienten Urlaub nachholen. Aktuell fahren sie mit dem Wohnmobil eines Freundes durch Amerika. Sie starteten in L.A., waren danach eine Zeit in Mexiko und arbeiten sich jetzt langsam in Richtung Norden vor.

Wir verabschiedeten und nachdem wir den weiteren Tagesverlauf etwas geplant hatten und ich besorgte mir in der nächstgelegenen Stadt, die ca. 50km(!) entfernt lag endlich Frühstück. In Page angekommen machte ich noch einen kurzen Abstecher zum Glen Canyon Dam, an dem ich bereits 2009 gewesen bin.

Zion Tag 1 020

Zion Tag 1 021

Gestärkt und erfrischt machte ich mich auf zur Cottonwood Canyon Road, um dort etwas zu wandern. Es stellte sich aber recht schnell heraus, dass die Cottonwood Canyon Road deutlich länger war als ich dachte. Wie ich später erfuhr, waren es bis zum ersten Trailhead 36mi (knapp 60km). Das klingt erst einmal nicht viel, aber hier hilft ein Blick auf die Art der Straße:

Zion Tag 1 036

Völlig unbefestigt, bei Regen unpassierbar, sehr hügelig, keine Menschenseele, nur ein paar vereinzelte Kühe, mein Auto und ich. Zwar habe ich ein weiser Vorraussicht einen fetten Geländewagen, aber das hilft mir bei einem platten Reifen auch nicht mehr. Handyempfang? Haha…

Zion Tag 1 038

Zion Tag 1 041

Ich beschloss also nach ca. 20min Fahrt umzukehren, warf aber noch einen schnellen Blick auf das GPS.

Was war das? Ein Geocache in nur 160m Entfernung? Mitten im Nirgendwo? Der musste gehoben werden!

Zion Tag 1 041b

So ganz wohl war mir nicht dabei durch das alte Flußbett zu laufen und den Wagen aus den Augen zu verlieren, aber die Anziehungskraft des Caches war größer.

Ich fand ihn recht schnell. Ein schönes Versteck mit einer riesigen Dose (ca. 35cm x 15cm):

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Ich trug mich ins Logbuch ein und fur weiter zu den Toadstool Hoodoos.

Zion Tag 1 042

Dort kamen mir nach kurzer Zeit Astrid und Dietmar entgegen und ich führte sie in die Welt des geocachens ein. Dietmar war Feuer und Flamme, kletterte mit mir einen kleinen Hügel hoch und Astrid fand ihn schließlich. Wieder einmal war das Gespür der Frauen an dieser Stelle den Männern mit Technik in der Hand voraus.

Zion Tag 1 043

Die Beiden boten mir an später noch auf einen Drink zu ihnen ins Wohnmobil zu kommen, was ich dankend annahm und machte mich auf zum bestimmt tollsten Hoodoo der Welt … wer’s glaubt 😉

Zion Tag 1 055

Das Ganze war so etwas wie der Bryce Canyon für Anfänger, aber trotzdem recht nett.

Zion Tag 1 052

Auf dem Rückweg ging ich bei den Beiden vorbei und trank ihren “Grüner Tee Dings” Vorrat aus.

Zion Tag 1 068

Ich hörte einige spannende und interessante Geschichten und war begeistert von ihrer Art zu leben.  Die beiden dikutierten zum Teil darüber, wo gewisse Dinge passiert sind. Astrid sagte, dass sie es nicht mehr genau wüsste, weil es zu lang her wäre. Wohlbemerkt handelte es sich um eine Gegebenheit aus ihrer aktuellen Reise. DAS ist ein richtiger (langer) Urlaub!

Nach ca. 2 Stunden (gefühlte 30min) machte ich mich dann wieder auf den Rückweg durch den Zion NP nach Springdale.

Zion Tag 1 073

Wieder einmal schneite es im Zion, aber die Straßen waren vollständig geräumt.

Abends ging ich noch mit Gerhard (einem Arbeitskollgen, der ebenfalls mit mir nächste Woche auf der MIX11 ist) im Whiptail Cafe lecker essen, bereitete den kommenden Tag noch etwas vor, nickte beim Schreiben häufiger ein, beschloss Morgen weiterzuschreiben und schlief sofort ein.

Der erste Tag hier war großartig! Nicht nur der Gewinn bei der Lotterie, sondern gerade auch die Gespräche mit Astrid und Dietmar waren spitze. An dieser Stelle einen ganz lieben Dank an Eure Gastfreundschaft Ihr Zwei! Dietmar: Es würde mich freuen, wenn Du mich mit Fotos von Deinen Steinmetzarbeiten versorgen würdest!

Mehr Fotos gibt es unter https://goo.gl/photos/j4y7RsUFyDihHKZH7.

Jens

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