Über Reisen, Yoga und das Mensch sein

No Angel has landed

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An meinen letzten Tag im Zion Canyon hätte das Wetter nicht besser sein können. Sonne, ein paar Wolken für schöneren Fotohimmel, nicht zu warm.

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Ich machte mich also auf nach Angels Landing. Wir zwei hatten ja noch eine Rechnung zu begleichen!

Ich fuhr mit dem Shuttle zur Zion Lodge und lief ein paar Meilen am Virgin River entlang zur Grotto Picnic Area, wo der Trail in Richtung Angels Landing beginnt.

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Die Berge waren noch leicht schneebedeckt und die Kulisse wie immer großartig. So konnte mir auch der recht anstrengende Anstieg in Richtung Refrigerator Canyon nichts anhaben.

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Unterwegs sah ich, dass der Weg zum Observation Point (meiner bisherigen Lieblingswanderung im Zion) ordentlich verschneit war. Die Schneestürme in den letzten beiden Tagen hatten ganze Arbeit geleistet.

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Überall bildeten sich mehr oder weniger kleine Wasserfälle, die auf dem Rückweg größtenteils schon wieder verschwunden waren.

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Ich erreichte Refrigerator Canyon, der heute seinen Namen nicht alle Ehre machte, sodass ich im T-Shirt gut weitergehen konnte.

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Nach dem Anstieg über Walter’s Wiggles (sind wir bald da?) erreichte ich Scout’s Lookout und wurde direkt freundlich begrüßt.

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Beim Fotografieren der kleinen Kerle kam ich einem Ehepaar ins Gespräch und erfuhr, dass deren Tochter Kelly (“she’s a very smart and beautiful girl”) ebenfalls auf der MIX11 sein wird. Wir lachten und meinten ich könnte sie ja suchen und sie von ihren Eltern grüßen.

Die Welt ist so klein: Amerikaner und Deutsche treffen sich am gleichen Tag zur gleichen Zeit auf einem Berg in der Wüste und kennen jeweils jemanden, der zur gleichen Konferenz fährt.

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Ich sah mich um und konnte es mal wieder nicht glauben, dass ich quasi gegenüber schon zweimal auf dem Observation Point stehen durfte (in der Bildmitte die rote Kappe).

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Dann wollte ich mir den Anstieg zu Angels Landing vornehmen und ging ein paar Stufen an der Kette entlang der Trail hoch. Durch den vielen Schnee und das Tauwetter war mir das Ganze allerdings zu rutschig. Angels Landing verzeiht definitiv keine Fehltritte, weswegen ich die Tour abbrach.

Irgendwann werde ich diesen Berg noch bezwingen. Er steht sicherlich länger als ich laufen kann 😉

Um wenigstens etwas neues zu machen stieg ich noch eine Weile den East Rim Trail hoch, der ebenfalls am Scout’s Lookout beginnt.

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Nach einer Weile kehrte ich dann aber um, weil die Sonne langsam aber sicher hinter den angrenzenden Bergen versank und es deutlich kühler wurde.

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Mir schloss sich dann (leider) eine kleine Koreanerin an, die zwar den Berg hochgekommen war, aber nun den Trail nicht mehr fand. Sie war sehr nett, aber ich wollte eigentlich die Ruhe hier oben noch etwas genießen, weil hier wirklich niemend mehr unterwegs war. Angels Landing hingegen war recht überfüllt.

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Wieder im Tal angekommen trafen wir auf eine Gruppe Mule Deer, die ein paar Meter von uns entfernt grasten. (Die gedrehten Videos muss ich erst schneiden.)

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Mit einem breiten Grinsen und dankbar, dass ich diese grandiose Gegend noch einmal sehen durfte stieg ich ins Shuttle. Zwei Stationen vor dem Parkplatz stieg ich aus und lief die letzten 2 Meilen zu Fuß am Fluß entlang.

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Scharen von kleinen Vögeln und ein Bilderbuchblick auf die durch die untergehende Sonne angeleuchteten Berge waren ein prima Tagesabschluss.

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Jetzt ist leider wieder Zeit für den Abschied gekommen und es geht zurück nach Las Vegas.

Einige von Euch haben mich gefragt, was mich daran reizt und fasziniert allein durch die Gegend zu wandern. Sicher ist es zu einem Großteil die wunderbare Landschaft. Auf der anderen Seite ist es die Möglichkeit exakt mein Tempo zu leben. Es gibt keine Kompromisse. Es gibt nicht was mich treibt. Es gibt keine äußeren Zwänge. Und es ist die Möglichkeit sich einfach treiben zu lassen und das Gehirn zur Ruhe kommen zu lassen. Das Landschaft unterstützt dabei an nichts zu denken und zwar wirklich an nichts. Das ist eine absolute Wohltat für die Seele.

Danke Zion. Danke Welt.

Alle Foto sind wie immer unter https://goo.gl/photos/j4y7RsUFyDihHKZH7 zu finden.

Jens

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