Über Reisen, Yoga und das Mensch sein

Der Engel Landeplatz…

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Nachdem ich mir heute Morgen ein leckeren Bagel mit Ei und Truthahn einverleibt hatte, ging es auf die erste größere Wanderung. Das Wetter sollte heute nicht so doll werden, aber üblicherweise zieht es sich hier erst ab Mittag  – wenn überhaupt – so richtig zu.

Auf der Tagesordnung stand der “Angels Landing Trail”, der ab dem Parkplatz “The Grotto” startet.

Die Karte zeigt die vom GPSLogger aufgezeichnete Route, wobei sich zeigt, dass ich Aufgrund der z.T. recht hohen Canyonwände den Logger lieber in einer Klarsichthülle an der Kameratasche, als in der Hosentasche hätte tragen sollen. Naja, immerhin besser als nix…

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Der Anstieg war zuerst ganz gemütlich, wurde dann aber recht schnell steiler. Man kann sich sehr gut vorstellen, dass einem hier im Sommer die Morgensonne ganz schön auf den Pelz brennen kann und wird.

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Die Aussicht auf das Tal wurde schon nach kurzer Zeit sehr klasse, aber das war erst der Anfang.

Auf dem Weg traf ich immer wieder die üblichen Verdächtigen, um mich in nettem Smalltalk über die sagenhafte Landschaft und weiteres zu unterhalten.

Nach einem serpentinenreichen Anstieg, ging es dann durch den “Refridgerator Canyon” (Kühlschrank Canyon), der seinem Namen alle Ehre macht. Hier weht immer ein recht kühler Wind.

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Danach ging es die “Wiggles” hoch, um schließlich das Mindestziel des Trails zu erreichen. Die Wiggles sind eine Ansammlung kurzer, steiler Serpentinen, die nach einigem schnaufen im “Junction Point” enden.

Hier ein Foto von oben auf die Wiggles:

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Vom Junction Point geht ein ca. 250m langer “Weg” hinauf nach “Angels Landing”.

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Der Weg ist bis auf ein paar Ketten unbefestigt, wobei auf beiden Seiten die Felswände steil abfallen. An der schmalsten Stelle ist der Weg einen knappen Meter breit, dafür gibt es dann aber auch kein Geländer.

Eigentlich wollte ich schauen, wie weit ich es schaffe, aber Aufgrund der Tatsache, dass starker Wind aufkam, der Weg recht gut besucht war und ich meinen Mut nicht unbedingt auf die Probe stellen wollte, genoss ich lieber in Ruhe die Aussicht. Und die war absolut großartig.

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Der Abstieg war recht gemütlich, aber man merkte recht schnell, dass das Wetter gerne etwas mit den Wanderern spielen wollte:

Bei Ausgang aus dem “Kühlschrank Canyon” erfasste mich ein derartig heftiger Wind, dass ich regelrecht an die Felswand gepresst wurde und keine Chance hatte gegen den Wind zu atmen. Ein Ehepaar und ich kauerten uns daraufhin kurz zusammen, um uns etwas zu sammeln und Kraft zu tanken.

Ich habe noch nie erlebt, dass ich mich beim Abstieg anstrengen musste, um überhaupt vorwärts zu kommen.

Nach ca. 10m war das Übel aber überstanden und es ging normal weiter.

Unten angekommen kamen dann noch kleinere Sandstürme dazu und ich war froh so früh losgegangen zu sein. Einige Leute kamen mir noch entgegen, die den Aufstieg noch vor sich hatten. Die werden an einigen Stellen nicht mehr gelacht haben.

Der Tag war noch jung, weswegen ich dann in Richtung Ostausgang des Zion Canyons fuhr, um dort noch ein paar kleinere Wanderungen (u.a. Canyon Overlook Trail) zu machen. Auf dem Rückweg gab es dann in der Nähe des Osteingangs noch einen kräftigen Hagelschauer.

Es war also alles dabei: Sonne, Wind, Sandstürme, Hagel. Was für ein großartiger Tag!

Aufgrund der Tatsache, dass ich den atemberaubenden Blick über das gesamte Canyon Tal an “Angels Landing” nicht gesehen habe, muss eine Alternative her: Der “Observation Point Trail”. Länger als der Heutige, aber bei weitem nicht so gefährlich, wird er das morgige Ziel werden…

P.S: Weitere Fotos gibt’s wie üblich unter https://goo.gl/photos/NpjdvcWanSW4EVgKA.

Jens

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